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16.03.2008 | Kategorien: Bewerbungen,Erfahrungsberichte

In den Tiefen des Bewerbungs-Dschungels

"Bittte nutzen Sie unsere Möglichkeit der Online-Bewerbung Ihr Vorteil: eine schnelle und preisgünstige Variante zur schriftlichen Bewerbung." So oder so ähnlich sind die Verheißungen auf diversen Karriere-Plattformen namenhafter Unternehmen. So weit so gut! Preisgünstig kann in der Regel in Zeiten von Internetflatrates noch bestätigt werden, schnell oder besser gesagt nervenschonend, übersichtlich und unkompliziert klingt zwar gut, lässt sich aber oft in Frage stellen.

Jedes Online-Portal der so genannten Global Player hat seine kleinen Tücken und feinen Besonderheiten. Dies nur zur Vorwarnung! Es gibt Positiv- als auch Negativbeispiele, dennoch sollte man seine Umwelt auf mögliche, manchmal auch andauernde Wutanfälle vorbereiten.

Auf einigen Internetseiten besteht die Möglichkeit, seine Online-Bewerbung vor dem Versenden zu speichern. Was ist aber, wenn man bereits über zwei Stunden seine Sprach- und IT-Kenntnisse eingeschätzt, seinen Lebenslauf in diversen Masken "eingepflegt", innovative Produktideen entwickelt und prägende berufliche Situationen gern auch in englischer Sprache geschildert hat und man nun seine grandiosen Formulierungen zwischenspeichern möchte und stattdessen das Programm die gesamten Daten löscht?? Dann, ja dann kann man für nichts mehr garantieren… Ein verzweifelter Anruf bei der Servicehotline mit der Auskunft: "An unserem Online-Portal werden gerade Wartungsarbeiten vorgenommen." hilft einem da nicht wirklich weiter. Zurück am Schreibtisch und die gesamte Prozedur nochmal von vorn. Gegen Mitternacht klappt nun auch endlich das Versenden. Erfreut nimmt man die Eingangsbestätigung der Bewerbung zur Kenntnis und lehnt sich entspannt zurück. Doch was ist das?? Etwa zehn Minuten später eine Absage! "Leider haben wir uns für einen anderen Wettbewerber entschieden. Bitte nehmen Sie dies nicht als Wertung Ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten." Aha… selbst um 12h nachts sitzen noch fleißige Personaler vor Ihren PCs und werten in einer Rekordgeschwindigkeit von zehn Minuten die Informationsflut aus?! Man bekommt irgendwie die wage Vermutung, dass die eigenen Daten anhand von Kriterien abgescannt und Bewerber ausselektiert werden…

Ach… und eben noch schnell seine Dokumente an die Online-Bewerbung anhängen wie es landläufig vermutet wird, ist oft auch weit verfehlt. Wenn der Computer bis dahin nicht schon längst auf Grund der Datenflut "abgeschmiert" ist, gibt es die unterschiedlichsten Beschränkungen. Bei den Einen dürfen nur drei Dokumente angehängt werden, die Anderen erlauben eine Datenmenge von lediglich 1MB und wieder Andere beschränken sich auf 100kb pro Dokument, dafür aber unendlich viele in der Zahl. Die Einen möchten nur Pdfs und auf anderen Seiten ist es nur möglich Word-Dokumente sowie eine BMP-Datei für das Bewerbungsphoto hochzuladen…

Geduld, Zeit, starke Nerven und einen technischen Helfer in der Not stellen vermutlich die beste Ausrüstung dar, um den Online-Dschungel durchqueren zu können.

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