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25.02.2009 | Kategorien: Experience...

experience - South Africa

Teil 1 der experience...-Serie

Nach elfstündigem Flug mit South African Airways heißt es für meinen Kommilitonen Tom und mich Sanbonani Kapstadt. Die Zeit des Wartens ist vorbei, wir sind angekommen und haben das winterliche Deutschland hinter uns gelassen. Bei der Einreisekontrolle werden wir nochmals persönlich von einem Polizisten begrüßt (If you have anything with african chicks, i will come and arrest you). Luke und Sandra von unserer Reiseorganisation „The Cape Life", die alles von der Unterkunft bis zum Praxisplatz organisiert hat, warten schon, um uns in unser Appartement in Gardens zu bringen. Wir sind begeistert von der Stadt, dem Panorama der Wohnung und der sommerlichen Wärme. Allerdings bleiben uns nur wenige Tage bis zum Start der Arbeit. Also entschlossen wir uns erst einmal die Stadt zu erkunden und waren knappe 30 Minuten später mitten in einem afrikanischen Karnevalsumzug. Lebensfreude findet man hier jedoch nicht nur während der Karnevalszeit. Auch die restlichen Tage nutzen wir, um mit unserem VW Käfer die Region kennen zu lernen. Wir besichtigten den Cape Point, das Kap der Guten Hoffnung und -dank der Fahrkünste unserer Mitbewohnerin- auch unfreiwillig ein Township. Glücklicherweise ohne Probleme, wobei diese eher seitens unserer Fahrerin aufgetreten wären, die -aus Angst vor den Leuten- aus dem Township raste und sich auch vom Menschentreiben auf der Straße nicht aufhalten ließ. Für Aufsehen sorgte auf jeden Fall unser stets zuverlässiger Käfer, der uns treu zur Seite stand. Trotzdem solltet Ihr bei dem Verleih aufpassen. Unser Käfer hat in 2,5 Monaten keinen Tropfen Öl verloren, aber nach einer Wochenendreise gegen Ende des Praktikums, kam es dann zu einem Motorschaden mit sehr lustigem Ausgang. Aber dazu später mehr...

Das Praktikum bei Top Companies Publishing and Events, einem Unternehmen, das Veranstaltungen organisiert und Bücher herausbringt, war sehr interessant. Allein die Aussicht war atemberaubend. Tafelberg und Signal Hill auf der einen, der 12° Celsius kalte Atlantik auf der anderen Seite. Die Aufgaben des Praktikums waren eigentlich recht interessant. Als Assistent der Marketing-Leitung habe ich immer wieder neue Projekte bearbeitet und z.B. nach neuen Geschäftsfeldern gesucht bzw. Bewertungen von Projekten vorgenommen. Trotzdem ist die Arbeit natürlich komplett unterschiedlich. In Südafrika beginnt der Arbeitstag spät und endet trotz langer Pausen früh. Auch in einem Meeting kann man zur vereinbarten Zeit alleine sitzen. Die Kollegen sind allerdings immer sehr hilfsbereit und laden einen auch nach Feierabend zu Hochzeitsfeiern und BBQs ein. Alles in allem verging die Zeit sehr schnell und ich war sehr froh, dass ich jeden Tag Überstunden machen konnte und so die letzten zwei Wochen frei hatte.

Wir nutzten die freie Zeit für Wein- und Einkaufstouren, für Strand-, Waterfront- sowie Kinobesuche mit unseren deutschen Besuchern, die sich für zwei Wochen angekündigt hatten. Ein mehrtägiger Road-Trip (ohne Käfer) entlang der Garden-Route war das abschließende Highlight und erlaubte uns, neben zahlreichen Nationalparks, in einer Safari auch die afrikanische Tierwelt kennenzulernen. Nun aber wieder zurück zum Käfer, den wir während der Tour bei unserem Appartement stehen gelassen hatten. Denn dieser hatte plötzlich (innerhalb weniger Tage) geschätzte 500x mehr Öl „verloren?!" als in den Monaten zuvor. Leider fiel uns das nicht vor der Fahrt auf, sodass wir den besagten Motorschaden bekamen. Unglücklicherweise muss man in einem solchen Fall ca. 2500 Rand Selbstbeteiligung zahlen. Der Wagen wurde jedenfalls abgeschleppt und auch nicht mehr an uns ausgeliefert. Interessanterweise ist uns aufgefallen, dass die Motornummer nicht mit der auf den Papieren übereinstimmte, sodass leicht der Eindruck entstehen konnte, dass der Motor getauscht wurde und die SB auch rechtens ist. Um endlich zum lustigen Punkt zu kommen. Wir haben bei jedem Käfer, den wir gesehen haben und der Ähnlichkeit mit unserem hatte, den Witz gemacht: „Das ist bestimmt unser." Kurze Zeit später waren wir am Strand und haben wieder einen solchen Käfer gesehen, der jedoch wirklich unser alter Käfer war und einfach neu verliehen wurde. Die neue Besitzerin wohnte sogar nur 500 Meter von uns entfernt. Also: Vorsicht beim Verleih, auch wenn man von uns keine SB wollte.              

 

Weitere Kuriositäten

  • Das alte Stadion in Kapstadt sollte bereits im Januar 2007 abgerissen werden und dem WM-Neubau weichen. Im April 2007 stand das alte Schmuckstück jedoch immer noch.
  • McDrive in Kapstadt kann schon einmal 30 Minuten dauern.
  • Man hat eigentlich immer Gegenwind, vor allem in Gardens. Aber dadurch ist es immer angenehm und die Luft ist sauber. Nicht umsonst heißt der Wind Cape Doctor.
  • Wir hatten mal einen Unfall. Jemand ist bei Rot über die Ampel gefahren und wir konnten nicht mehr ausweichen. Der Fahrer entschied sich jedoch lieber für die Flucht. So standen wir nachts um 1.30Uhr mitten in der City und hatten eher gemischte Gefühle. Es dauerte aber keine 30 Sekunden bis ca. 15 Leute aus allen Richtungen zu uns kamen (eine Art Bürgerwehr, die für Sicherheit sorgt), die versuchten den Wagen wieder zu „entbeulen". Abgeschleppt wurden wir trotzdem und weil nicht genug Platz im Truck war, blieben wir halt im Käfer sitzen.
  • Leute versuchen auf der Autobahn per Anhalter eine Mitfahrgelegenheit zu finden.
  • Die „Busse" (kleinere weiße Vans) sind meist dreifach überfüllt.

 

Abschließende Tipps

  • Kino kostet dienstags ca. 2 Euro an der Waterfront
  • Wäsche vor und nach Abgabe in einer Laundry zählen
  • Taxifahrern genau sagen, wo sie herfahren sollen. Ansonsten zahlt man für Umwege.
  • Im Sommer gibt es meist Konzerte an der Waterfront und in Kirstenbosch
  • Das Meer ist bei Muizenberg bis Fish Hoek (südlich von CT) deutlich wärmer
  • Bei Nebel oder ähnlich schlechten Witterungsverhältnissen nicht den Tafelberg hochkrackseln, sondern die Seilbahn nehmen - Überfälle nehmen bei diesem Wetter zu
  • an Ampeln werden immer wieder Früchte oder andere Dinge des täglichen Gebrauchs verkauft - hier könnt ihr teilweise einen kleinen Karton mit Weintrauben für 4-5 Euro kaufen
  • Im Einkaufszentrum in Gardens gibt es einen hervorragenden deutschen Metzger
  • Das Paulaner Brauhaus an der Waterfront ist immer ein bisschen Heimat - nur ohne die Kälte und ohne bayrische Musik
  • Nie den Finger in ein Pinguinkäfig halten, die Jungs sind schnell
 
Ich verabschiede mich mit abschliessenden Impressionen und wünsche euch viel Spaß auf Euren Reisen.
 
Björn Bathe
 
Impressionen
 
 
In Kürze folgt Teil 2 der Serie. Experience...India
Wenn auch Ihr ein interessantes Praktikum gemacht habt oder ähnliche Auslandserfahrungen während des Studiums gesammelt habt, dann schickt mir bitte eure Erfahrungsberichte. 

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